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Mittelstandspakt Bayern – Wir sind dabei
Staatsregierung und Wirtschaft haben einen «Mittelstandpakt Bayern» auf den Weg gebracht. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) unterzeichneten das «bundesweit einmalige» Abkommen mit Vertretern von 44 Partnern der mittelständischen Wirtschaft und Kreditinstitutionen am Montag im Kuppelsaal der Münchner Staatskanzlei.
Wie die Ritter der Tafelrunde saßen sie im großen Kuppelsaal der Staatskanzlei, in welchem nur die wichtigsten politischen Entscheidungen getroffen werden. Gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Wirtschaftsminister Martin Zeil hat auch BLV-Präsident Wenzel Bradac am 22.06.09 den «Mittelstandpakt Bayern» unterzeichnet. Ziel des Vertrages zwischen dem Freistaat Bayern, des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und der Schausteller und weiteren 43 Berufsvertretungsgruppen und Wirtschaftsorganisationen ist es, kleine und mittlere Unternehmen in Bayern zu unterstützen. Das soll unter anderem durch niedrigere Steuern, weniger Bürokratie und einem regen Informationsaustausch unter den Vertragspartnern erreicht werden.
Der Pakt ruht auf den vier Säulen
Seehofer und Zeil bezeichneten ihn als ein zentrales Zukunftsprojekt zur Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen in Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistungsgewerbe und der freien Berufe im Freistaat: „Gerade heute brauchen wir verstärkte gemeinsame Anstrengungen von Politik, Kreditinstituten und Organisationen der Wirtschaft, um den Mittelständlern bestmögliche Rahmenbedingungen und maßgeschneiderte Unterstützung zu bieten.“ Direkte Staatshilfen für marode, nicht mehr
Bild von links: Bayerischer Wirtschaftsminister Martin Zeil, Bayerischer Ministerpräsident Horst Seehofer, BLV-Präsident Wenzel Bradac.
wettbewerbsfähige Unternehmen lehnen die Unterzeichner ab.
Zu ihnen zählen neben dem Bayerischen Landesverband der Marktkaufleute und der Schausteller unter anderem der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband, der Bayerische Brauerbund, der Sparkassenverband Bayern, der Verband Freier Berufe in Bayern, der der Selbständigen - Gewerbeverband Bayern, der der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe in Bayern, die Bayerischen IHK`s, sämtliche bayerische Landesregierungen und die Bayerischen Wirtschaftsjunioren. Die Vertragspartner wollen künftig bei Gesetzesinitiativen gemeinsam den Interessen des Mittelstandes Gehör verschaffen, wie es in dem Vertrag heißt.
Schausteller wollen Schützen früher
BIBERACH - Auf dem Rummel geht es rund: Karussell und Riesenrad drehen sich. Hinter den Kulissen drehen Schausteller und Schützendirektion aber an einem anderen Rad. Die Beschicker des Gigelbergs hätten gern, dass das Schützenfest in Zukunft wieder früher im Jahr stattfindet.
Von unserem Redakteur Jürgen T. Widmer
Siegfried Brugger, bei der Schützendirektion unter anderem zuständig fürden Vergnügungspark auf dem Gigelberg, redet nicht um den heißen Brei herum: „Es gibt eine Anfrage der Schausteller, ob das Schützenfest vorverlegt werden kann.“
Eine Bitte, der sich die Schützendirektion nicht von vornhereinverschließen will. „Wir führen derzeit Gespräche mit allen Beteiligten“,sagt Brugger. Als Schützen-Termin ist die erste Juliwoche im Gespräch. Dieses Datum habe Tradition, so Brugger, denn bis vor einigen Jahren begann das Schützenfest immer zu diesem Zeitpunkt. „Das Biberacher Schützenfest findet zum gleichen Zeitpunkt statt wieviele andere Feste, zum Beispiel in Ulm, Düsseldorf, Würzburg, Hof oder auch Ravensburg“, sagt Wenzel Bradac. Er ist Präsident des Bayerischen Landesverbandes der Marktkaufleute und Schausteller. Seit mehr als 30 Jahren kommt er nach Biberach. „Vor allem für die Kollegen aus dem Norden ist die Anfahrt sehr lang. Wenn Biberach früher wäre, dann könnten sie zu anderen Festen in Süddeutschland weiterziehen“, begründet Bradac den Wunsch nach Verlegung. Allerdings stellt er auch klar: „Das ist eine Anfrage, wir sind sehr froh, mit welcher Sorgfalt die Schützendirektion unser Anliegen prüft. Biberach gehört für einen Schausteller zu den wichtigen Festen, da will jeder dabei sein. “Dabei sein und dabei bleiben. Denn neben neuen Attraktionen setzt die Schützendirektion auf Kontinuität. Deshalb fühlt sie sich den Schaustellern auch verbunden. Hannelore Moser und ihr Mann betreiben einen fast unverzichtbaren Bestandteil des Vergnügungsparks: den Schnee-Circus, auch bekannt als Schnee-Express. Seit 32 Jahren kommt sie auf „den Berg“. „Wir verzichten für Biberach auf andere Feste, denn Biberach ist wirklich ein
Erlebnis“, sagt Hannelore Moser, aber: „Auch wir wären froh über einen früheren Termin. “Reiner und Elke Weeber sitzen im Kassenhäuschen ihres schmucken Kinderkarussells. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts kommt die Schaustellerfamilie auf den Gigelberg. „Es gibt Fotos, wie früher die Fuhrleute die Schiffschaukel meines Großvaters den Berg hinauf transportiert haben“, gibt Reiner Weeber ein Beispiel für die Verbundenheit mit Biberach. Aber auch er und seine Ehefrau wären für einen früheren Termin des Schützenfests.
Enger Terminplan, hohe Kosten
Der Terminplan ist eng für die Schausteller. Ein Dutzend Feste beschickt Bradac im Jahr mit seinem Pferderennen. Nach Ostern beginnt die Saison, kurz nach Allerheiligen endet sie. Angesichts teurer Transportkosten und hoher Investitionen in die Fahrgeschäfte ist jeder Transporttag ein Verlustgeschäft. „Solche Argumente muss man ernst nehmen“, sagt Brugger. Deshalb habe die Schützendirektion Gespräche mit den Schulen aufgenommen. „Eine Tendenz lässt sich noch nicht ausmachen, denn gerade durch G8 verändert sich viel in den Gymnasien“, bremst Brugger die Erwartungen. Zumindest im kommenden Jahr wird das Schützenfest noch zum aktuellen Termin stattfinden. Mit einem großen Teil der aktuellen Schausteller, denn: „Die Leute bleiben dem Gigelberg treu. Und wir auch“, sagt ElkeWeeber.
(c) 2009 Schwäbische Zeitung
Jahr=2009; Monat=07; Tag=25; ID=10671920;
Das Biberacher Schützenfest könnte in der Zukunft wieder früher im Juli stattfinden. Dies würde den Schaustellern entgegenkommen.
Verlegung kann Gewinn bringen
Von unserem Redakteur Jürgen T. Widmer
Das Biberacher Schützenfest hat viele Facetten: Umzüge, Tänze, Konzerte, Theater und Kinderspiele — um nur einige zu nennen — tragen zum Gelingen des Schützenfestes bei. Eine weitere Facette ist auch der Rummelplatz auf dem Gigelberg. Die Auswahl der Fahrgeschäfte und Gastro-Buden sind ebenfalls immens wichtig für ein schönes Schützenfest. Darum tut die Schützendirektion gut daran, sich den Anliegen der Schausteller mit der gleichen Sorgfalt zu widmen wie den Anliegen aller anderen beteiligten Gruppen. Die Argumente der Schausteller sind ernst zunehmen. Die wirtschaftliche Basis für die Fahrgeschäfte und Budenbetreiber wird immer schmäler. Zwar scheint das große Sterben in dieser Branche momentan gestoppt, doch Reichtümer sind zumeist nicht zu ernten. Deshalb sollte die Schützendirektion dem Ansinnen der Schausteller nachgeben. Allerdings nur unter einer Bedingung: Aus Sicht der Schulen und der beteiligten Vereine und Gruppen darf nichts Gravierendes dagegensprechen. Das Schützenfest könnte ebenfalls von der Verlegung profitieren. Wenn das Schützenfest nicht mehr in Konkurrenz zum Schwörwochenende in Ulm und zum Rutenfest in Ravensburg steht, kommen von dort vielleicht auch ein paar Besucher mehr.
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